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comparison text.roff @ 16:c95bd813ebb4
text: more about FS and OS
author | markus schnalke <meillo@marmaro.de> |
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date | Mon, 03 Mar 2014 10:44:36 +0100 |
parents | 63e649c2279f |
children | 961b77921682 |
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15:63e649c2279f | 16:c95bd813ebb4 |
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80 dieser Abschnitt. | 80 dieser Abschnitt. |
81 | 81 |
82 | 82 |
83 .U1 "Freie Software | 83 .U1 "Freie Software |
84 .P | 84 .P |
85 Die Freie Software entsteht in den 80er Jahren. Bis in die 70er Jahre | 85 Die Freie Software entstand in den 80er Jahren. Bis in die 70er Jahre |
86 ist alle Software ``frei''. Software ist damals eine Beigabe zur | 86 war alle Software ``frei''. Software ist damals eine Beigabe zur |
87 Hardware. Beides ist gekoppelt, d.h. jedes Programm laeuft nur auf der | 87 Hardware. Beides war gekoppelt, d.h. ein Programm lief nur auf der |
88 Maschine fuer die es (meist vom Hersteller) geschrieben wurde. | 88 Maschine fuer die es (meist vom Hersteller selbst) geschrieben worden |
89 Mit dem Wechsel zu den 80er Jahren beginnen Unternehmen in Software | 89 ist. |
90 Mit dem Beginn der 80er Jahre beginnen Unternehmen in Software | |
90 eine Ware zu sehen, mit der man Geld verdienen kann. Statt sie, wie | 91 eine Ware zu sehen, mit der man Geld verdienen kann. Statt sie, wie |
91 zuvor, kostenlos mit samt dem Quellcode beizulegen werden der | 92 zuvor, kostenlos mit samt dem Quellcode zur Hardware beizulegen, |
92 Quellcode immer haeufiger geheim gehalten und die Programme | 93 werden die Programme immer haeufiger verkauft und der Quellcode |
93 verkauft. Zudem tauchen Non-Disclosure Agreements (NDAs) auf, die | 94 geheim gehalten. Auch tauchen Non-Disclosure Agreements (NDAs) auf, die |
94 es den Entwicklern verbieten Informationen ueber den Quellcode | 95 es den Entwicklern untersagen Informationen ueber den Quellcode |
95 weiterzugeben. | 96 weiterzugeben. |
96 .P | 97 .P |
97 Die Freie Software entsteht als Gegenbewegung, wobei sie lediglich | 98 Die Freie Software entsteht als Gegenbewegung, wobei sie jedoch |
98 den bisherigen Zustand, des freien Austauschs von Software in | 99 nicht den bisherigen Zustand abschaffen will, sondern ihn |
99 Quellcodeform, beibehalten will. Die Freie Software ist demnach | 100 beibehalten will. Der freie Austausch von Software in |
101 Quellcodeform soll erhalten bleiben. Die Freie Software ist demnach | |
100 in ihrem Kern ein bewahrender Ansatz. Er stellt sich den neu | 102 in ihrem Kern ein bewahrender Ansatz. Er stellt sich den neu |
101 aufkommenden Entwicklungen der damaligen Zeit, die heute zum | 103 aufkommenden Entwicklungen der damaligen Zeit, die heute zum |
102 Normalfall geworden sind, entgegen. | 104 Normalfall geworden sind, entgegen. |
103 .P | 105 .P |
106 Wenn auch diese Denkweise in Programmiererkreisen weit verbreitet | |
107 ist, so ist es Richard M. Stallman, der fast im Alleingang eine | |
108 aktive Bewegung daraus macht. Sie manifestiert sich insbesondere | |
109 in der Gruendung der Free Software Foundation, dem Start des | |
110 GNU-Projekts (1983) und dem Verfassen der General Public License | |
111 (1989), die alle von Stallman initiiert und vorangetrieben wurden. | |
112 .P | |
113 Die Kultur des freien Austausches von Information und Software | |
114 entstammt hauptsaechlich des universitaeren Umfeldes. Stallman | |
115 selbst war am MIT verwurzelt. Aber auch an der Westkueste der USA, | |
116 an der University of California gibt es aehnliche Kulturen. | |
117 Waehrend Stallman aber ganz klar auf den ethischen Fokus der | |
118 Freien Software abzielt und damit eine politische Ausrichtung | |
119 waehlt, so sieht man es in Californien weniger militant. | |
120 Dies aeussert sich in den gewaehlten Lizenzen: Stallman entwickelt | |
121 mit der GPL eine sogenannte Copyleft-Lizenz, welche erzwingt, dass | |
122 jedes abgeleitete Werk wiederum unter der gleichen Lizenz stehen | |
123 muss. Damit wird verhindert, dass ein Stueck GPL-lizenzierter Code | |
124 jemals auf eine Weise genutzt wird, die nicht jedermann gleichfalls | |
125 zur Verfuegung steht. Die BSD-Lizenz aus Californien hat diesen | |
126 Zwang nicht. Sie stellt den Code jedermann zur Verfuegung und | |
127 erlaubt es auch ihn in proprietaere Werke einfliessen zu lassen. | |
128 .P | |
129 Die Grundmotivation der Freien Software ist die ethische Einsicht, | |
130 dass Software keine Ware sein solle, die jemandem gehoert, sondern | |
131 freies Wissen, das allen zur Verfuegung steht. Die Analogie sind | |
132 hierbei Kochrezepte, die weitergegeben, nachgekocht und veraendert | |
133 werden. | |
104 | 134 |
105 | 135 |
106 .U1 "Open Source | 136 .U1 "Open Source |
107 .P | 137 .P |
138 Mitte der 90er Jahre nachdem Linux, der Kernel, verfuegbar war, | |
139 als das Web sich verbreitete und Netscape im Browserkampf gegen | |
140 Microsoft zu verlieren begann, sahen immer mehr der Freie | |
141 Software-Befuerworter Probleme an dem Begriff und an seiner | |
142 Ausrichtung. Zum einen war das Wort ``frei'' (im Englischen wie im | |
143 Deutschen) zweideutig. Auch der omnipraesente Slogan ``Free as | |
144 in Free Speech, not as in Free Beer'' loeste das Problem nicht. | |
145 Zum anderen, und das war der bedeutendere Grund, wollte die | |
146 Wirtschaft nicht auf das Konzept aufspringen. Wenn auch die | |
147 Freie Software nie gegen eine kommerzielle Verwertung war, so | |
148 wurde sie doch so wahrgenommen. Das Image passte nicht, auch | |
149 gerade wegen der Zweideutigkeit des Wortes ``frei''. In dem | |
150 Bestreben die Freie Software auch in die traditionellen Softwarefirmen | |
151 zu bekommen, traf sich XXXX eine Gruppe von Freie | |
152 Software-Vertretern um einen neuen, wirtschaftsfreundlicheren | |
153 Begriff zu finden. Heraus kam ``Open Source''. | |
154 .P | |
155 Stallman war zu diesem Treffen nicht eingeladen, da er als zu | |
156 starrkoepfig und nicht kompromissbereit galt. Das Ziel der | |
157 Beteiligten war auch gerade weg von der moralischen und | |
158 politischen Ausrichtung der Freien Software zu kommen, die | |
159 Stallman so zentral war. Mit der pragmatischen, unpolitischen | |
160 Ausrichtung des Open Source und der Ausgrenzung von Stallman | |
161 spaltete sich die Gemeinschaft aber auch teilweise. Die eine | |
162 Gruppe hielt weiterhin am Begriff ``Freie Software'' fest und | |
163 stand fuer die ethischen Ziele ein; die andere Gruppe nannte es | |
164 ``Open Source'' und legte auf die technischen Aspekte wert. | |
165 Die Unterscheidung war und ist noch immer nur in der Motivation | |
166 der Beteiligten vorhanden, nicht aber in ihrer Arbeit. Die | |
167 Kooperation und der Austausch brach nie ab. | |
168 .P | |
169 Waehrend Stallman und seine selbstgegruendeten Organisationen als | |
170 zentrale Instanzen fuer die Freie Software stehen, | |
171 so hat der Open Source mehrere zentrale Instanzen. Das | |
172 sind neben Linus Torvalds, der den Kernel entwickelt hat, und Eric S. | |
173 Raymond, der als Evangelist der Bewegung gilt, auch viele | |
174 Firmen, wie IBM und Redhat, die inzwischen selbst dafuer | |
175 einstehen. | |
176 .P | |
177 Die Grundmotivation fuer Open Source ist die Ansicht, dass dieses | |
178 Entwicklungsmodell zu besserer Software fuehrt. Durch die freie | |
179 Verfuegbarkeit von Komponenten sowie durch offene Dokumentation und | |
180 Code wuerden Entwickler schneller und besser arbeiten koennen. Die | |
181 Mitarbeit von Interessierten wuerde gefoerdert werden. Die | |
182 relevanten Nutzerwuensche wuerde schneller umgesetzt werden. | |
183 Angepasste Versionen wuerde einfacher entstehen. Die Ergebnisse | |
184 wuerden sich schneller verbreiten. Fehler und Sicherheitsluecken | |
185 wuerden durch die freie Einsichtnahme in den Code schneller | |
186 gefunden und behoben werden. | |
187 | |
188 | |
189 | |
108 | 190 |
109 .U1 "Open Access | 191 .U1 "Open Access |
110 .P | 192 .P |
111 | 193 |
112 .U1 "Free Cultural Works | 194 .U1 "Free Cultural Works |